Trauer

Eltern, die ihr Kind während der Schwangerschaft, nach einer Fehlgeburt, Todgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch, aber auch bei der Geburt verloren haben, befinden sich in einer besonderen Trauer- und Abschiedssituation. Sie fühlen sich in ihrer Trauer sehr allein. Gespräche mit anderen können ihre Trauer und Einsamkeit nicht aufheben, aber die Erfahrung kann geteilt werden. Trauer und Abschied finden einen Ort.

Psychosoziale Beratung ermöglicht, den Verlust in einem geschützten Rahmen zu thematisieren und Raum und Zeit dafür zur Verfügung zu stellen. So kann es Aufgabe dieser Begleitung sein, die Realität des Verlustes anzuerkennen und den damit verbundenen Schmerz anzunehmen. Der Verlust muss nicht verdrängt werden. Erinnerung und Rituale spielen in diesem Prozess eine wichtige Rolle.

Die Suche nach einem verborgenen Sinn hinter dieser Erfahrung, verbunden mit der Frage: Warum trifft es uns? ist häufig Gegenstand der Gespräche. Dabei sind Antworten nur spärlich oder gar nicht möglich, denn das Erlebte macht keinen Sinn. Auch die Frage nach Schuld wird in unterschiedlichen Facetten zum Thema. Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen kann auch entlastend sein, und alte, aber auch neue Lebensthemen werden präsent.

Aufgabe der Begleitung ist es die Trauer mit den Betroffenen auszuhalten, Raum und Zeit zu geben, Wege und Formen zu finden und immer wieder zum Gespräch einzuladen und ein wenig Trost anzubieten. Ein wichtiges Moment ist die Einbeziehung von Geschwisterkindern. Sie reagieren in der Regel sehr hilfreich und entwickeln ihre eigene Art mit dem Verlust umzugehen. Unnötige Familiengeheimnisse, die oft erst in späteren Zeitpunkten virulent werden können so vermieden werden. Hilfreich kann dabei auch der Kontakt mit anderen Betroffenen sein, wenn die Betroffenen das wünschen und aushalten können.

Ein Teil der Beratung ist die Hilfe bei administrativen Fragen, nach Formen der Bestattung und den damit verbundenen finanziellen Fragen.